Joker

Ich zeichne ein Lächeln

Auf meine Lippen

Mit roter Farbe

Nur für dich

 

Nun stehst du vor mir

Liegst in meinen Armen

So wie ich es wollte

Warum lächelst du nicht?

 

Ich war liebend, beschützend

Man könnte sagen „gut“

Jetzt bin ich wütend, „grausam“

Dürste nach Blut

 

Hörst du mein Lachen?

HA

HA

HA

Wie das eines Clowns

Mein Leben ist eine Komödie

Und deines ist es bald auch

 

Hörst du meine Schritte?

Tapp

Tapp

Tapp

Während ich tanze

Immer weiter

Die Treppe hinab

 

Hörst du es schlagen

Dein treues Herz?

Poch 

Poch

Poch

Nur musst du dich fragen

Wie lange, glaubst du

Schlägt es denn noch?

 

Nun komm schon, lächle

Tu es für mich

Sonst schneid’ ich das Grinsen

Einfach in dein Gesicht

 

Na bitte, geht doch

War das so schwer?

Komm jetzt

Es ist endlich Zeit

Wir wollen mehr

Rotlicht

Ich stehe im Dunkeln, sobald die Tür hinter mir ins Schloss fällt, ganz allein,  nur ich und die Mappe in meiner Hand. Ich trete ein paar Schritte weiter in den Raum hinein und ertaste einen Tisch zu meiner Rechten, auf den ich die Mappe lege. Noch einige weitere Schritte und meine Finger finden auch die Lampen. Klick. Rotes Licht ergießt sich über mich, die Tische, Stühle, Projektoren, die Schränke mit dem Papier und die Becken mit den Chemikalien. Für so einen kleinen Raum passt hier erstaunlich viel rein.

Sobald das Licht an ist, mache ich mich an die Arbeit. Meine Finger sind flink, die Griffe vertraut. Film in Projektor einsetzen, zoomen, scharf stellen, weißes Licht ausschalten,  bevor ich das Fotopapier aus dem Schrank hole. Papier platzieren, Belichtung einstellen, belichten.

Und dann weiter zu den Becken, warte, bis sich nach und nach ein Bild zeigt, mit jedem Mal, wenn ich das Wasser über das weiße Papier schwappen lasse, zeigt sich ein bisschen mehr. Ins nächste Becken, Chemikalien abwaschen, ins letzte, zum Fixieren, dann kann ich das Foto aufhängen.

Und schon nehme ich mir das nächste vor und das nächste, wandere durch diesen kleinen Raum bis ich weiter gelaufen bin als jemals durch den Rest der Schule, einem Raum, in dem es keine Zeit zu geben scheint, denn man merkt durch abgeklebte Fenster nicht, wann die Sonne untergeht.

was brauchst du

was brauchst du? einen freund, einen feind

eine hand, die dich leitet, eine hand, die dich führt

eine hand dich zu schlagen, eine hand, die dich quält

was brauchst du? liebe oder leid

oder willst du mich weder zum freund noch zum feind

soll ich die rolle des opfers verkörpern

damit du entscheidest, was mit mir geschieht

ich möchte dir folgen, möchte dir bleiben

treu und wunschlos werd’ ich dir sein

um klein zu sein und groß dich zu fühlen

ich werde tun, was du mir befiehlst 

 

dieses Gedicht war eine Schreibaufgabe von unserer Schreibwerkstatt, zu der meine Freunde Mare, Luk  und Clara auch etwas geschrieben haben, und die Gedichte sind wirklich super geworden, also schaut vorbei: 

Mares Gedicht

Luks Gedicht

Claras Gedicht 

(übrigens, für alle, die sich jetzt Sorgen machen: bei dem Ich in dem Gedicht handelt es sich nicht um mich als Person, sondern um ein lyrisches Ich)

24 hours on my Honeymoon

Der Tag hat nur 24 Stunden, und das ist nicht genug.

Interessante Aussage. Sollte man die Stundenanzahl etwa auf 36 erhöhen? Den Tag würde das nicht unbedingt länger machen. Nur die Schulstunden kürzer. Vielleicht doch keine so schlechte Idee.

Möglicherweise hatte Lana Del Rey auch nur 24 Stunden Zeit für ihre Flitterwochen, aber weshalb sie die überhaupt hat, weiß ich nicht. Sie ist nicht verheiratet. 

Vielleicht hatte sie nur 24 Stunden Zeit, um das Lied zu produzieren, eines der letzten auf dem Album?

Ist ja eigentlich auch egal.

»Julia, kannst du uns dein Ergebnis sagen?«

Ich schaue auf. So viele große, böse, fiese, miese Zahlen auf der Tafel, um es in den Worten einer Freundin auszudrücken. Ich hasse Mathe. 

Ich könnte einfach mit 42 antworten, das ist doch die Lösung für alles. Wenn man davon die 4 und die 2 vertauscht wären wir auch wieder bei 24, dem Lied, das mir in dieser endlosen Mathestunde einfach nicht aus dem Kopf gehen will. 

Was mache ich hier eigentlich? Wofür brauche ich diesen ganzen Scheiß?

Ich schüttle den Kopf in Richtung meines Lehrers. 

Ich weiß die Antwort nicht. 

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Gelöscht – Teri Terry

(Ja, das ist eine Katze.)

Stell dir vor, du lebst in der Zukunft. Nicht sehr weit weg von unserer Zeit, nur ein paar Jahre. Aber in diesen Jahren haben die Ärzte sich einiges mehr an Wissen über den menschlichen Verstand angeeignet. So viel, dass es jetzt ganz neue Techniken gibt, mit straftätigen Jugendlichen umzugehen. Du musst nämlich nicht mehr ins Gefängnis. Nein, man hat beschlossen, dir einen komplett neuen Start in ein besseres Leben zu ermöglichen. Ein neues Umfeld, ein neuer Name und keine Erinnerungen an dein bisheriges Leben. Denn sie haben dein Gedächtnis gelöscht. Du solltest dankbar sein.

Genau das ist Kyla passiert. Sie wird in eine Adoptivfamilie gesteckt. Das Armband an ihrem Handgelenk weißt sie als das aus, was sie ist: ein Slater. Und das Armband ist ein Levo; es misst ihre Stimmung und sobald der Wert zu niedrig ist, macht es sie bewusstlos. Man möchte schließlich nicht, dass die Slater wieder gewalttätig werden, es könnte ja doch noch etwas von dem alten Verhalten in ihnen strecken.

Und obwohl Kyla nichts über ihr voriges Leben weiß, gibt es da doch etwas, dass mit ihr nicht stimmt: sie hat Albträume, fast jede Nacht. Und sie wirken so vertraut, so real. Sind es etwa doch Erinnerungen?

„Gelöscht“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, und ich empfehle es so gut wie jedem. Denn egal ob ihr gerne Thriller, Fantasy oder realistische Bücher lest: dieses Meisterwerk wird euch gefallen. Ich verspreche es. Mit seinem lebhaften Schreibstil und einer sympathischen Protagonistin zieht es einen sofort in das Geschehen hinein. Zusammen mit Kyla erlebt man alles wie zum ersten Mal. Es ist faszinierend, mitzuerleben, wie ein sechzehnjähriges Mädchen versucht, die Menschen um sich herum zu verstehen, Gefühlsregungen und schließlich Lügen zu erkennen lernt. Und die Vorstellung, in ihrer Realität, in dieser Zukunft zu leben, ist natürlich auch super interessant.

Und dann ist da natürlich diese brennende Frage: wer war Kyla, bevor sie geslated wurde? War sie wirklich eine Kriminelle? Und natürlich auch die Menschen um sie herum, wer sind die? Die ohne Gedächtnis, aber auch vor allem mit. Aber natürlich ist das noch nicht alles, die Staatsform ist zum Beispiel auch total interessant. Die „Lorder“. Und natürlich Ben. Der ist auch interessant ;). Aber ehrlich gesagt will ich gar nicht zu viel verraten. Nur so viel: ich garantiere dir: DU WIRST ES NICHT BEREUEN, DIESES BUCH ZU LESEN.

Tu es einfach.

Genre: Science Fiktion

Erzählform: Ich-Erzähler (Kylas Sicht), Präsens

Seitenzahl: 429 (Taschenbuch)

Erscheinungsjahr: 2015

Bewertung: 11/10 Punkten

Ein weiteres meiner Lieblingsbücher: Der Große Gatsby – F. Scott Fitzgerald.

Erhebung – Stephen King

Scott hatte Angst – alles andere wäre töricht gewesen -, war jedoch auch neugierig. Und noch etwas. Glücklich? War er das? Ja. Wahrscheinlich war das irrsinnig, aber es traf eindeutig zu. […] Wieso sollte er sich schlecht wegen etwas fühlen, was er doch nicht ändern konnte? Wieso sollte er es nicht annehmen?

Mit Scott passiert etwas. Etwas ganz und gar unglaubliches. Etwas, das er nicht versteht. Scott ist groß, etwa zwei Meter, und er ist dick. Sein Bauch hängt über dem Hosenbund, wenn er steht. Aber obwohl seine Körperform sich nicht im geringsten verändert, verliert Scott an Gewicht. Nicht dass er Fett abbauen würde. Nein, es ist nur einfach so, dass die Waage, jedes Mal wenn er sie betritt, einen niedrigeren Wert anzeigt. Und nichts scheint den Vorgang aufhalten zu können. Selbst das viele Essen hilft ihm nicht, an Gewicht zuzulegen. Was jedoch noch viel seltsamer ist: alles, was Scott in die Hand nimmt, scheint ebenfalls an Gewicht zu verlieren, während es ihm selbst schwer vorkommt. Es ist, als ob um ihn herum ein Kraftfeld wäre, das ihn nach und nach vom Einfluss der Schwerkraft trennt. Als Scott seinem Freund, einen in Ruhestand gegangenen Arzt, Doctor Bob davon erzählt, will er ihm erst nicht glauben, bis ihn die Zahl auf der Waage von dem Phänomen überzeugt. Allem Zuspruch zum Trotz weigert sich Scott ein Krankenhaus aufzusuchen, aus Angst als Versuchsobjekt missbraucht zu werden.

Doch trotz all dieser Geschehnisse ist Scott nicht allzu beunruhigt. Lieber verwickelt er sich in einen Streit mit seinen beiden Nachbarinnen, die aufgrund ihrer Ehe von allen Bewohnern der Kleinstadt missachtet werden. Doch schließlich merkt Scott, wie viel schöner es ist, Freunde anstatt von Feinden zu haben, und will alles wieder in Ordnung bringen. Denn bald wird er gar kein Gewicht mehr haben, und wer weiß, was dann mit ihm geschieht. TAG NULL rückt immer näher.

Die Geschichte von Scott ist angenehm mitzuverfolgen. Auch wenn das Gedankenexperiment, immer mehr Gewicht zu verlieren, ohne etwas tun zu können, durchaus beunruhigend sein kann, hat es etwas leichtes, dieses Buch zu lesen. Scott findet sich einfach mit seinem Schicksal ab. Es ist nicht besonders wichtig für ihn, natürlich beschäftigt er sich damit, und es ist hin und wieder schwierig, sich damit abzufinden, viel wichtiger ist es aber, seine verbleibende Zeit mit Freunden zu verbringen. Und zum Beispiel auch die eigenen Vorurteile zu überwinden, wie auch anderen dabei zu helfen. Und das wiederum hat etwas herrlich Beruhigendes.

Genre: Roman

Erzählform: Vergangenheit, Personaler Erzähler (Scotts Perspektive)

Seitenzahl: 143 (Deutsche Ausgabe, gebunden)

Erscheinungsjahr: 2018

Bewertung: 7/10 Punkten

Wenn dir dieses Buch  gefallen hat, dann gefällt dir vielleicht auch Joyland – Stephen King.

Alone – Cyn Balog

Sometimes being alone is better.

In einem abgelegen Haus inmitten von Schnee, der sie von jeglicher Zivilisation abschirmt, müssen Seda und ihre Geschwister den Winter verbringen. Trotz den wiederholten Versprechen ihrer Mutter, in ihre Heimatstadt Boston zurückzukehren, fürchtet Seda schon lange, in dem geerbten Haus bleiben zu müssen. Früher hatte es einmal ihrer Tante und ihrem Onkel gehört, die das ganze in ein „Haunted House“ verwandelt haben. Überall an den Wänden ist Kunstblut, das Haus sieht aus, als würde es gleich einstürzen und auch alles andere sollte den Besuchern möglichst viel Angst einjagen. Sedas Mutter gefällt das, sie ist ganz vernarrt in Horrorfilme, schreibt sogar ein Buch basierend auf ihnen, und auch den kleinen Geschwistern scheint das alles nichts auszumachen. Nur Seda hat langsam von all dem genug. Ohne Internet oder Telefonzugang von ihren Freunden abgeschnitten zu sein, setzt ihr ganz schön zu.

Umso faszinierter ist sie, als sie eine Gruppe von Jugendlichen in dem kleinen Supermarkt trifft, in Halloween Kostüme gekleidet und sprudelnd vor Leben. Noch verblüffter ist sie, als die selben Teenager nahe ihres Hauses auftauchen, verirrt im Schnee und unfähig ihren Weg zurück zu finden. Seda überredet diese, sich in der Scheune zu verstecken, angeblich vor ihrer Mutter, aber das ist nur ein Vorwand. Denn Seda versucht die Jugendlichen nur vor einer Sache zu beschützen: Ihr selbst.

Das Buch klingt interessant? Dachte ich mir auch. Ist es aber leider nicht. Sedas „Großes und Gefährliches Geheimnis“ (welches im Übrigen in jedem zweiten Satz ab der ersten Seite erwähnt wird) besteht darin, dass ihr ungeborener Zwillingsbruder sie ständig begleitet, allein für sie hörbar. Und er scheint andere Menschen nicht sehr zu mögen, da Seda unfassbare Angst hat, einen von den Jugendlichen auf sein Geheiß hin verletzen zu müssen. Klingt immer noch ganz okay?

Das Problem ist nur… ein abgelegenes Haus in den Bergen, im Schnee begraben, die Familie darin ist abgeschnitten von der Außenwelt. Wir haben einen Hauptcharakter, der Gefahr läuft, die anderen umzubringen oder wenigstens zu verletzten, ohne es wirklich zu wollen. Scheint so, als habe jemand „Shining“ gelesen, was? Vielleicht geht es ja auch nur mir so, aber „Alone“ kommt mir vor, als hätte jemand versucht, Stephen Kings Klassiker in einen harmloseren Roman für Teenager zu verwandeln. Noch dazu: Seda nervt mich. Sie erzählt die ganze Zeit wie schwierig es ist, ihren Zwillingsbruder zu hören und wie gefährlich sie das macht, aber dieser sagt höchstens einmal alle drei Kapitel einen mäßig bedrohlichen Satz. Allerdings muss ich einräumen, dass ich es knapp bis zur Hälfte mit dem Lesen geschafft habe, (teils weil ich mich einfach gelangweilt habe, teils weil dann „Gegen das Schicksal“ erschienen ist) also keine Ahnung ob es noch spannender wird. Falls ich mich doch dazu durchringe, es fertig zu lesen, werde ich ein Update hochladen.

Falls einer von euch dieses Buch gelesen hat: Lohnt es sich weiterzulesen? Und sagt mir bitte: Teilt ihr meine Meinung?

Genre: Thriller

Erzählform: Gegenwart, Ich-Erzähler (Sedas Perspektive)

Seitenzahl: 277 (Englische Ausgabe, gebunden)

Erscheinungsjahr: 2017

Bewertung: 3/10 Punkten

Ihr wollt etwas über eine bessere Version dieses Romans erfahren? -> Shining – Stephen King